Blickpaare des öffentlichen Raumes. Est. 2001
190+ | 770+
BANK
SICHTEN
MARKO DEUTSCHKÄMER
KURATOR DER AUSSICHT
ARCHIV SCHAUMBURG
01
Die
Blickpaare
Eine Bank. Ein Ort. Ein Blick.
Seit 2001 untersucht Banksichten, wie öffentliche Sitzgelegenheiten unsere Wahrnehmung lenken und Orte erfahrbar machen.
Das Langzeitprojekt verbindet fotografische Blickpaare zu einem wachsenden Atlas des Verweilens.
KNr.: 201627
Sonnengarten, Bad Nenndorf
N 52.334304 E 9.374551
Ein Blickpaar zeigt den Sitzort und die Perspektive, die sich von dort eröffnet. Zusammen machen die beiden Ansichten sichtbar, wie eine Bank den Körper positioniert und den Blick in den öffentlichen Raum richtet.
Die Karte zeigt die bisher dokumentierten Bankstandorte von Banksichten. Sie macht sichtbar, an welchen Orten das Langzeitprojekt bereits Spuren gesammelt hat, und lädt dazu ein, das Archiv räumlich zu erkunden.




Blickpaar Klassisch
Kuratorisch vollständig erschlossen
Blickpaar Gastblick
Kuratorisch vollständig erschlossen
Blickpaar Special
Kuratorisch vollständig erschlossen
Blickpaar
in Bearbeitung
„Vielleicht ist es der Mensch, der sich beim Sitzen selbst begegnet – weil er sieht, was sonst an ihm vorbeizieht.“
770+
Blickpaare
190+
Orte
25
Jahre
Die Kamera hält den Ort der Sitzgelegenheit und den Blick von dort fest. Wiederholt sich dieses Prinzip an unterschiedlichen Orten, werden Unterschiede sichtbar: zwischen Nähe und Distanz, Offenheit und Begrenzung, Natur und gebauter Umgebung.
So wächst ein Archiv, das vertraute Orte aus einer ungewohnten Perspektive lesbar macht.
Die Aufnahmen folgen einem festen Verfahren. Derselbe Winkel, vorgefundene Bedingungen, keine Auswahl der Sicht. Was zu sehen ist, hat nicht der Fotograf entschieden, sondern jene, die die Bank an ihren Ort gestellt haben – Stadtverwaltungen, Forstämter, Heimatvereine, Anwohner, Kurverwaltungen, Klöster. Banksichten dokumentiert ihre Setzungen.
Die Bank ist nicht Symbol, sondern Infrastruktur des Nicht-Tuns. Sie steht im öffentlichen Raum, ohne ein Programm zu fordern, eine Zielgruppe zu adressieren oder eine Anleitung zu enthalten. Sie macht Aufenthalt möglich, ohne ihn vorzuschreiben. Banksichten interessiert sich für diese Zurückhaltung – und für das, was sie ermöglicht.
Mich interessiert der Moment, in dem Bewegung endet und Aufenthalt beginnt. Sitzen ist für mich keine beiläufige Geste, sondern eine räumliche Entscheidung. Wer sitzt, fixiert den Körper und richtet einen Blick aus. Die Wahrnehmung bindet sich an einen Ort.
Ich betrachte die Bank als Gegenfigur zum Weg. Während der Weg Bewegung organisiert, setzt die Bank Aufenthalt. Sie steht im Raum und behauptet eine Perspektive. Eine Bank entscheidet darüber, wo Verweilen möglich wird und aus welcher Richtung Landschaft, Architektur oder Leere betrachtet werden. Diese Behauptung interessiert mich.
Ich arbeite seriell, jede Arbeit entsteht aus derselben Grundbewegung: ankommen, sitzen, schauen. Die Kamera folgt keiner Dramaturgie, sondern einer Blickachse. Jede Bank erzeugt eine Richtung. Banksichten ist für mich eine formale Arbeit über Raum, Wahrnehmung und Platzierung. Bedeutung entsteht aus Wiederholung, aus Dauer, aus der Akkumulation von Blicken. Das Werk wächst langsam, stetig und bleibt offen für weitere Werkzugänge.
KNr.: 201108
Theresienwiese, Bavaria Statue, München
N 48.130686 E 11.545643
Das gesamte Werk ist kuratorisch nach Orten und Landschaften erschlossen. Jedes Kapitel versammelt Blickpaare einer Region — als Bestandsaufnahme dessen, was der öffentliche Raum dort bereithält. Die Cluster wachsen mit dem Archiv: Neue Blickpaare werden laufend eingeordnet, neue Kapitel entstehen, sobald ein Ort genug eigenes Gewicht hat. Nachfolgend finden sich ein exemplarischer Auszug von Werkfeldern

Werkfeld
Weserrenaissance
2020-2026
Steinerne Pracht und leere Marktplätze.
Orte, an denen die Architektur wartet — und die Bänke zusehen.

Werkfeld
Rehburg-Loccum
2012-2026
Kloster, Stille, Haltepunkte am Rand des Alltags.
Orte, an denen Sitzen und Innehalten dasselbe meinen.

Werkzyklus
Roter Faden, Hannover
2025-2026
Burgen, Dörfer, Aussichten ohne Pomp.
Die Region zeigt sich von den Bänken aus, die niemand fotografiert

Werkfeld
Stadtlandschaften
2001-2026
Städtische Räume, die sich beim Sitzen zeigen.
Was öffentlich heißt — im Sitzen betrachtet.
Ausstellungen
Banksichten lässt sich in unterschiedlichen Zusammenhängen präsentieren:
- als Auswahl einzelner Blickpaare
- als thematische Serie oder als Gegenüberstellung von Orten
Die Anordnung bestimmt, welche Beziehungen zwischen den Arbeiten sichtbar werden — etwa zwischen Aufenthalt und Bewegung, Aussicht und Begrenzung oder Stadt und Landschaft.
Auswahl und Präsentationsform richten sich nach Raum, Thema und Umfang des jeweiligen Vorhabens. Für Ausstellungen stehen kuratierte Werkgruppen und ein Gespräch über mögliche räumliche Umsetzungen im Mittelpunkt. Banksichten war zuletzt in den Stadthäger Ausstellungen zu sehen und ist Bestandteil des Langzeitarchivs Archiv Schaumburg.
Ortsbezogene Projekte
mit Städten und Gemeinden
Jede Stadt und Gemeinde bietet eigene Bedingungen des Verweilens. Banksichten kann diese Perspektiven an ausgewählten Orten einer Kommune untersuchen und in einer ortsbezogenen Bildauswahl zusammenführen.
Daraus entstehen z.B.:
- Ausstellungen,
- Rundgänge
- Vorträge
- digitale Präsentationsformate
Umfang, Orte und Vermittlungsform werden für jedes Vorhaben gemeinsam festgelegt. So wird die Arbeit am konkreten Stadtraum erfahrbar, ohne ihn auf eine touristische oder rein dokumentarische Sicht zu verkürzen.
Werke und
Sammlungen
Ausgewählte Blickpaare sind als fotografische Arbeiten verfügbar. Jedes Werk besteht aus:
- zwei Baryta-Drucken, limitiert, nummeriert
- signierte Exemplare mit Zertifikat
- Doppelrahmen
- Sitzort und Blick in einer gemeinsamen Fassung.
A2-Standardformat, A1-Grossformat, A0-Sonderformat, weitere Formate auf Anfrage.
Jede Arbeit wird in einer limitierten Auflage von maximal 10 nummerierten und signierten Exemplaren produziert. Die Herstellung erfolgt auf Bestellung; Vorlaufzeit ca. 4–6 Wochen. Zu verfügbaren Arbeiten, Werkangaben und Preisen: kurator@banksichten.de
Vorträge und
Kuratorengespräche
Banksichten ist nicht nur ein Archiv — es ist eine Methode. Seit 25 Jahren erprobt das Projekt das serielle Sehen als Form der Raumerschließung: dieselbe Grundbewegung, immer neue Orte, immer andere Befunde. Diese Arbeitsweise lässt sich vermitteln und in Gespräch bringen.
Marko Deutschkämer spricht als Kurator und Künstler über Werkraum:Blick, über das Langzeitarchiv als künstlerische Forschung und über die Rolle des öffentlichen Raums als Wahrnehmungsraum. Anfragen für Vorträge, Podiumsgespräche und Vermittlungsformate sind willkommen
Was sagen unsere Orte über uns , wenn sie nichts sagen wollen?
Sie laden uns ein, still zu antworten, hinzuschauen und nicht weiterzugehen.
Für Sammler:innen, Kurator:innen, Philosoph:innen des Raums und Unterstützer:innen einer anderen Form der Kartografie steht das Projekt offen.
- Kontakt: kurator@banksichten.de
- Ort des Archivs: Schaumburg, Deutschland
- Kurator: Marko Deutschkämer – Künstler, Raumforscher, Kurator der Aussicht
- Publikationen über Hundertwerk
Banksichten auf Youtube
Banksichten auf Instagram

